Mein Geld vom Sept./Okt. 2005
Es gibt Finanzberater und Finanzberater. Immobilien-Experten können durch ihr besseres Know-how oft mehr Tipps geben als die meisten „Universalberater“ der Banken.
Die private Immobilienfinanzierung gehört nach wie vor zu den komplexesten Finanzprodukten auf dem deutschen Markt. Gleichzeitig handelt es sich um eine der langfristigsten und schwerwiegendsten Entscheidungen, die Menschen heute treffen können. Dabei steht sie im Zusammenhang mit dem Erwerb einer eigenen Immobilie, also oft der Erfüllung eines lang gehegten Wunsches. In der Regel geht es um eine Investition, die im privaten Bereich in diesem Umfang nur ein einziges Mal getätigt wird. Für jeden Einzelnen ist deshalb die Finanzierung einer Immobilie – ganz gleich ob Haus oder Eigentumswohnung – von höchster Bedeutung. Und bei der Auswahl der richtigen Finanzierung stehen zwei Kriterien immer ganz oben: fundierte Beratung und günstige Zinsen.
Viele Immobilienbanken ziehen sich zurück Auf der Bankenseite hat sich in den vergangenen Jahren ein gegenläufiger Trend durchgesetzt. Immer mehr Immobilienbanken ziehen sich aus dem Privatkundengeschäft zurück. Die Geschäftsbanken schließen großflächig Zweigstellen und unter der Überschrift „Cross-Selling“ müssen die Berater heute oft eine Vielzahl von Bankprodukten verkaufen, bis hin zu Telefonkarten und Lotterielosen. Dass dabei die Qualität der Beratung oft leidet, haben unabhängige Verbrauchertests immer wieder offenbart. „Und dann gibt es ja noch Versicherungsmakler, Bausparvertreter, Vermögensberater, Immobilienmakler, Hausverkäufer“, sagt Frank Lösche von der Freien Hypo Niederlassung Hamburg. „Viele Kunden stehen dieser Vielfalt an Informationen eher verwirrt gegenüber. Oft berichten mir Kunden von der Beratungsodyssee, die bereits hinter ihnen liegt. Die eigentliche Kompetenz dieser Berater liegt dabei meist auf anderen Gebieten als der Finanzierung von Immobilien. Die Kunden haben dann tolle Angebote über mehrere Bausparverträge, Versicherungen und andere Finanzprodukte“, meint der erfahrene Bankkaufmann.
Schnelle Preisvergleiche und Informationsflut Auf der anderen Seite bietet heute das Internet einen schnellen Preisvergleich und eine nahezu unbegrenzte Fülle von Informationen. Über die großen Broker erfährt der Kunde dann oft tatsächlich die günstigsten Zinssätze. Bei reinen Internetanbietern muss der Kunde allerdings selbst alle Unterlagen zusammenstellen und sollte genau wissen, wie sein Finanzierungsbedarf und die für seine Bedürfnisse beste Finanzierungslösung aussehen. Dann kann die große Informationsdichte eher verwirren als zu Klarheit führen. Dazu meint Frank Lösche: „Genau hier besteht oft der eigentliche Beratungsbedarf der Kunden. Für jede Immobilie gibt es Hunderte von Finanzierungsmöglichkeiten. Allein durch die Einbindung von öffentlichen Mitteln ergeben sich regelmäßig eine Vielzahl von zusätzlichen Varianten. Entscheidend ist, welches Konzept am besten zur speziellen Situation des Kunden passt. Oft lässt sich durch kleine Veränderungen im Aufbau der Finanzierung dann auch noch viel Geld sparen. Manchmal ist eben der auf den ersten Blick niedrigste Zins gar nicht die preiswerteste und beste Lösung für den Kunden.“ Ein weiteres Manko der Internetanbieter ist, dass es meist keinen persönlichen Ansprechpartner vor Ort gibt, der für viele Finanzierungsinteressenten auch heute noch sehr wichtige ist. Was bleibt, ist der Wunsch der Kunden nach einer unabhängigen Fachberatung vor Ort, kombiniert mit günstigen Finanzierungskonditionen.
Beispiel Freie Hypo Und dies kann die Frei Hypo nach eigenen Angaben leisten. „Genau darauf haben wir das Unternehmenskonzept abgestimmt. Wir verstehen uns als Schnittstelle zwischen Kreditnehmer und der kreditgebenden Bank“, sagt Klaus Kannen, Geschäftsführer der Freien Hypo GmbH. Im Verbund der Dr. Klein-Gruppe, zu der die Freie Hypo GmbH gehört, sei man zudem Teil einer starken Einkaufsgemeinschaft mit einem Finanzierungsvolumen von mehr als einer Milliarde Euro per anno und erhalte dadurch besonders günstige Darlehenskonditionen der Immobilienbanken. Die Freie Hypo existiert seit vier Jahren. Das Unternehmen verzeichnete im Vorjahr ein Vermittlungsvolumen von 148 Millionen Euro, dieses Jahr rechnet man mit rund 280 Millionen Euro. Klaus Kannen: „Unser Ziel ist klar. Wir wollen in den nächsten Jahren als Spezialanbieter weiter an Bedeutung gewinnen. Entscheidender Schlüssel kann dabei nur die Qualität unserer Arbeit und die Zufriedenheit unserer Kunden sein.“ |